Quelle: MIT vor Ort 03-19

Kreis Unna. Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung im Kreis Unna (MIT) lehnt eine generelle Pflicht zur Arbeitszeiterfassung ab. „Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs geht völlig an der Realität der Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorbei. Nicht mehr Bürokratie, sondern mehr Flexibilität sind nötig“, sagt Frank Murmann, MIT-Kreisvorsitzender. 

Der Europäische Gerichtshof hat in der vergangenen Woche entschieden, dass Arbeitgeber systematisch die volle Arbeitszeit aller Beschäftigten erfassen müssen. Murmann: „Nicht nur Gründer und Mittelständler, sondern auch Arbeitnehmer wünschen sich doch heute mehr Flexibilität und nicht mehr Stechuhr.“ Seit Jahren klagen kleine und mittelständische Firmen über zunehmende Bürokratie z. B. durch umfangreiche Aufzeichnungspflichten. „Es wäre deshalb sinnvoller, das starre Arbeitszeitgesetz zu modernisieren und Bürokratie abzubauen. Unsere Unternehmer unter Generalverdacht zu stellen und Arbeitnehmer zu entmündigen, halte ich für den falschen Weg“, so der MIT-Kreischef weiter. Die MIT schlägt deshalb vor, die derzeit geltende tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Regelung zu ersetzen. Die Mindestruhezeit könnte auf Wunsch der Arbeitnehmer aufgeteilt oder unterbrochen werden. Frank Murmann: „Damit würden die Möglichkeiten der Digitalisierung berücksichtigt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert. Das käme allen entgegen.“

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